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Eine Frau geht durchs Feuer

Eine Frau geht durchs Feuer

Bei den Feuerwehren machen Florianijüngerinnen mittlerweile keine Schlagzeilen mehr. Außer es geht um eine Frau wie Anita Mösslacher. Erst mit 47 Jahren hat sie sich für das „feurige“ Hobby entschlossen.

„Für etwas Ungewöhnliches gibt es keine Altersgrenze und mich hat die Feuerwehr schon immer fasziniert“, so die Beamtin.

Anfang 2008 trat die Chefsekretärin der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See offiziell ihren Dienst bei der FF-Hermagor an. Sie ist damit das vierte weibliche Wesen in der Runde.

Anderen Menschen helfen

Mösslacher: „Es war mir immer schon ein Anliegen, anderen Menschen zu helfen. Was lag da näher, als zu einer Organisation zu gehen, die das professionell macht. Die Übungen sagen mir sehr zu. Dabei  müssen wir Leute aus brennenden Häusern bergen oder bei technischen Einsätzen mit der Bergeschere arbeiten, das taugt mir total. Ich würde sogar als frühere Taucherin ins „kalte“ Wasser springen“, sagt die Mutter einer 28-jährigen Tochter mit Begeisterung. Auch die Ausbildungsambitionen sind sehr groß. Die „Grundausbildung im Bezirk“ hat die Khünburgerin mit Auszeichnung bestanden. Noch hat Mösslacher keinen Ernstfall erlebt, lediglich beim Hochwasser stand sie im Einsatz und hat mitgeholfen, den Schutt wegzuräumen.

 


Anita Mösslacher hat ein „feuriges“ Hobby.

 

Mit Stöckelschuhen zum Rüsthaus

„Ein Einsatz im Ernstfall wird für mich sicher eine große Herausforderung werden und meine Knie werden doch ein wenig zittern. Auch ist das Rüsthaus von meiner Arbeitsstätte nicht weit entfernt und wenn die Sirene aufheult, nehme ich die Füße in die Hände und renne so schnell es meine Stöckelschuhe zulassen“,  so Anita Mößlacher.

Von Kameraden nett aufgenommen

Die Kameradschaft ist für Anita M. überraschend gut. Mösslacher: „Die männlichen Kollegen sind äußerst hilfsbereit und haben uns Mädels sehr nett aufgenommen. Ab und zu wird man noch ein bisschen belächelt – aber da steht man einfach drüber. Ich bin überzeugt, dass in 10 bis 20 Jahren Frauen in der Feuerwehr ein ganz normales Bild sein werden, vielleicht sogar in der Überzahl und es wird sicher auch einmal eine Kommandantin geben. Ich werde es sicher noch nicht sein“.

 

 


Anita wartet auf ihren ersten Einsatz

Endlich Tore für Frauen geöffnet

Anita M. bereut es ein wenig, nicht schon in jüngeren Jahren in den Feuerwehrdienst eingetreten zu sein. „Aber in meiner „Jugend“ hat man keine Frauen bei der Feuerwehr zugelassen, dann bin ich krank geworden und habe die ganze Kraft für mich gebraucht. Mittlerweile geht es mir besser und auch die Feuerwehren haben die Tore für uns Frauen geöffnet“, so die ehemalige Nationalratskandidatin.

 

 


Sexy, intelligent und charmant – Feuerwehrfrau Anita Mösslacher

Krankheit in den Griff bekommen

Gesundheitlich ging es der Feuerwehrfrau schon sehr schlecht. „Im Moment habe ich meine Krankheit im Griff und hoffe sehr, dass es so bleibt. Sicher wird mein Leben nicht mehr so wie früher sein. Es gibt Schlimmeres und ich habe mich mit den Änderungen abfinden müssen“, so die Gemeindebedienstete.

 

 


Der „Mann“ in ihrem Leben ist Niki.

 

Steckbrief:

Name: Anita Mösslacher

Geboren: Dezember 1960

Wohnhaft: Khünburg/Hermagor

Familienstand: ledig, eine Tochter (28)

Beruf: Gemeindebedienstete

Hobbys: Lesen, Reiten, Walken, Faulenzen, Tiere…. usw.

 

Kommentare

Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Ing. Rudolf Robin:

„Frauen bei Feuerwehren aber auch Mädchen bei Jugendgruppen sind mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr und werden sehr gerne von unseren Ortsfeuerwehren aufgenommen.

Die Frauenquote innerhalb der Feuerwehr nimmt erfreulicherweise stetig zu und ist mit ca. drei Prozent zu beziffern. Im Bezirk Hermagor sind es derzeit 29, die auch mit ausgezeichneten Leistungen Ausbildungskurse absolvieren. Innerhalb der Kameradschaft gibt es ein harmonisches Miteinander und sie sind selbstverständlich körperlich in der Lage, sämtliche Feuerwehraufgaben zu bewältigen. Es ist auch nichts ungewöhnliches, Frauen an vorderster Front im Einsatzdienst anzutreffen, selbst Atemschutzgeräteträgerinnen sind keine Seltenheit mehr. Ich glaube, dass das weibliche Geschlecht auch für Führungsfunktionen bestens geeignet ist und in weiterer Folge auch als Kommandanten nicht mehr auszuschließen sind.“

ABI Erich Hofer, Kommandant der FF Hermagor:

„Meine Gattin Rosemarie war 1980 die erste Feuerwehrfrau. Inzwischen sind es schon sechs Frauen geworden. Sie machen einen sehr guten Eindruck, sei es im Innendienst, bei Einsätzen oder kameradschaftlichen Leistungen. Wenn die Voraussetzungen vorhanden sind, kann ich mir gut vorstellen, dass schon bald eine Frau als Kommandantin oder in anderen Funktionen der Mannschaft vorsteht.“

 

Text: Georg Krutzler
Fotos: Privat u. FM Pettauer Rene
www.ff-hermagor.at

Alexander Kühne

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