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Photovoltaik – Neue Gefahr für die Feuerwehren

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Photovoltaik – Neue Gefahr für die Feuerwehren

altAm 22. August 2011 fand eine Schulungsübung für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hermagor in Sachen „Photovoltaik“ statt.

 

Praktische Übung und theoretische Schulung vor Ort

Als Übungsobjekt stand der FF Hermagor ein im Bau befindliches Anwesen in Khünburg zur Verfügung, welches mit modernster Technologie zur Stromgewinnung – einer so genannten Photovoltaikanlage – ausgestattet ist. Zu Beginn wurde eine kleine Übung an dem Objekt durchgeführt. Anschließend fand der eigentliche Teil, die Schulung zum Thema Photovoltaik statt. Mit zwei Kurzfilmen wurden die Gefahren einer solchen Anlage verdeutlicht bzw. wie wichtig es ist, bei einer Photovoltaikanlage einen Feuerwehrschalter (Notschalter) einbauen zu lassen. Darauf folgend wurde die Anlage bei diesem Objekt von OLM Alexander Schuller erläutert und auf die Gefahren im Ernstfall hingewiesen. Ein herzlicher Dank gilt der Familie Architekt Ronacher, dass es möglich war, eine solche Übung in ihrem Objekt durchführen zu können.

 

 

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Photovoltaik: Brand – Feuer – Löschen – Gefahren und Vorkehrungen

Eigentlich das Schlimmste, was sich ein Hausbesitzer vorstellen kann: Es brennt! Und jetzt stellen Sie sich vor, die Feuerwehr kommt innerhalb weniger Minuten zu Ihrem brennenden Haus, auf dem eine Photovoltaikanlage montiert ist und lässt Ihr Häuschen “kontrolliert abbrennen”, ohne größere Anstrengungen zu unternehmen, den Brand zu löschen. Unvorstellbar, denken Sie? Es handelt sich hier nicht um Science Fiction, sondern um eine gar nicht so weit hergeholte Szenerie. Zwar ist jeder Feuerwehrmann nicht nur verpflichtet, sondern auch gewillt, jeden auch noch so großen Brand einzudämmen, aber wenn es um die Gesundheit oder sogar das eigene Leben geht, steht der Erhalt des Wohneigentums an zweiter Stelle.

 

 

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Eine Photovoltaikanlage erzeugt Hochspannung

Was mag nun die Feuerwehr davon abhalten, den Brand wie gewohnt schnellstmöglich einzudämmen? Ganz einfach: Auch in Feuerwehrkreisen hat es sich herumgesprochen, dass eine Photovoltaikanlage Hochspannung erzeugt. Diese Hochspannung in Kombination mit Wasser, und davon ist beim Löschen mehr als genug vorhanden, löst nicht nur bei einem Feuerwehrmann mehr als nur Unbehagen aus, es ist schlicht und ergreifend lebensgefährlich. Nur wenn der Brand während der Nacht ausbricht, also wenn kein Sonnenschein vorhanden ist, steht die Photovoltaikanlage nicht unter Spannung. Mondschein und Licht von Straßenlaternen erzeugen entgegen anderen Aussagen, die man lesen kann, nicht genügend Spannung, um eine nennenswerte Gefährdung bei einem Löscheinsatz hervorzurufen. Sobald aber Licht in Form von Sonnenstrahlen auf die Solarzellen trifft, auch bei bedecktem Himmel oder in der Dämmerung, produzieren sie Strom und die Anlage lässt sich bis zur Freischaltstelle nicht spannungsfrei halten. Bei Gleichstrom wird ein kritischer Wert bei ca. 120 Volt erreicht. Eine moderne Photovoltaikanlage erreicht aber Spannungen bis zu 1.000 Volt.

 

 

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Ursachen für einen Brand

Am ehesten kommen als Brandursache Lichtbögen in Frage. Wer schon einmal Stecker und Kontakte von Photovoltaikanlagen, die in vollem Betrieb sind gezogen hat, weiß wie schnell sich hier ein Lichtbogen bildet. Das Schlimme an der Sache ist der Gleichstrom. Während bei Wechselstrom ein entstehender Lichtbogen durch die dauernden Richtungswechsel des Stromes gleich wieder abbricht, kann er sich bei Gleichstrom stundenlang halten. Bereits ein loser Stecker kann solch einen Lichtbogen auslösen.

Im Brandfall sollte unbedingt folgendes beachtet werden:

  • Keine eigenen Löschversuche unternehmen!
  • Sofort die Feuerwehr über den Notruf 122 alarmieren!
  • Das Gebäude sofort räumen / verlassen, dabei auf Hilfsbedürftige achten!
  • Einen entsprechenden Sicherheitsabstand zum Gebäude einhalten, da die Gefahr von herabstürzenden Teilen der PV-Anlage besteht!
  • Die eintreffenden Einsatzkräfte einweisen (Hinweis auf PV-Anlage sowie Standort des Wechselrichters angeben)

 

 

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Ob bei Wartungs-, Reinigungs-, Reparaturarbeiten oder gar im Brandfall – Einsatzkräfte sollten über eine PV-Anlage umfassende Informationen besitzen und Vorsorge treffen. Insbesondere für Feuerwehren sind Solar-Anlagen oftmals wenig berechenbar: Denn gemäß der Unfallverhütungsvorschrift dürfen nicht spannungsfrei geschaltete Gebäude nicht zum Innenangriff betreten werden. In diesem Fall kann die Feuerwehr nichts anderes tun, als Personen- und Tierrettungen durchzuführen und ein Überspringen auf neben liegende Objekte verhindern.

Vor diesem Hintergrund wünschen sich Feuerwehren eine sichere Abschalteinrichtung mit „PV-Not-Aus-Taster“ für PV-Anlagen. Eine Gefährdung der Einsatzkräfte im Brandfall – aufgrund Spannungsführender Gleichstromleitungen – kann somit ausgeschlossen werden.

 

 

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Link:

Feuerwehr Hermagor

Text und Fotos: FF Hermagor – FM Rene Pettauer

 

Alexander Kühne

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