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Waldbrandeinsatz im Lesachtal

Waldbrandeinsatz im Lesachtal

(Update: 30.04.2026, 17:00 Uhr) Feuerwehren aus Kärnten und Osttirol stehen seit 23. April 2026, 21:21 Uhr, wegen eines Waldbrandes im Bereich Promeggen und Xaveriberg, östlich von Maria Luggau in der Gemeinde Lesachtal, im Löscheinsatz.



Erstmeldung – Tag 1 – 23. April 2026

Die Feuerwehren der Gemeinde Lesachtal sowie mehrere Feuerwehren aus dem oberen Gailtal und aus Osttirol stehen seit 23. April 2026, 21:21 Uhr, wegen eines Waldbrandes im Bereich Promeggen, östlich von Maria Luggau, im Löscheinsatz.

Der Brand habe sich aufgrund der vorherrschenden Trockenheit bis Mitternacht auf rund acht Hektar Waldfläche ausgebreitet, berichtet Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Gerd Guggenberger. Die Feuerwehren versuchten, eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern. „Wegen des alpinen Geländes und der Dunkelheit ist der Einsatz für die Feuerwehrleute aber sehr gefährlich“, so Guggenberger. Herausfordernd sei auch die Löschwasserversorgung. „Mit drei Tanklöschfahrzeugen wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. Außerdem musste eine Zubringerleitung von rund vier Kilometern Länge verlegt werden, um Löschwasser an die Brandstelle zu befördern“, erklärt Guggenberger.

Um Mitternacht standen zwölf Feuerwehren aus dem Lesachtal, dem oberen Gailtal und aus Osttirol im Einsatz. Ab den Morgenstunden werden die Löscharbeiten von zwei Hubschraubern unterstützt.

Aus Sicherheitsgründen mussten die Löscharbeiten in der Nacht eingestellt werden, um die Einsatzkräfte nicht zu gefährden. Seit den Morgenstunden wird der Einsatz mit Unterstützung von Hubschraubern weitergeführt.


Tag 2 – 24. April 2026

Der Waldbrand hat sich in der Nacht auf rund 15 Hektar ausgebreitet. Für die Löscharbeiten stellen der Wind und die starke Rauchausbreitung ein Problem dar. Wegen der Gefahr von herabrollenden Teilen musste die Bundesstraße B111 zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Eine Umfahrung ist nur großräumig über Osttirol möglich.

Mit Stand 10:00 Uhr sind 14 Feuerwehren aus Kärnten und Osttirol mit rund 140 Feuerwehrleuten im Löscheinsatz. Es werden jedoch weiterhin Feuerwehreinheiten nachalarmiert. Unterstützt werden die Bodenkräfte aus der Luft von drei Hubschraubern der Polizei. Zusätzlich ist ein Bundesheer-Hubschrauber im Anflug. Koordiniert wird der Boden- und Lufteinsatz von Feuerwehrflughelfern. Sie sorgen dafür, dass das Löschwasser punktgenau über den Brandstellen abgeworfen wird. Ein Ferienhaus konnte dadurch vor dem Feuer geschützt werden. Vom Brand betroffen ist derzeit eine Fläche von 35 Hektar. Zur Verhinderung der Ausbreitung wird auch eine Brandschneise angelegt. Die B111 bleibt im Einsatzgebiet bis auf Weiteres gesperrt.

Zu Mittag stehen 23 Feuerwehren mit rund 210 Feuerwehrleuten aus Kärnten und Osttirol im Löscheinsatz, darunter 19 Feuerwehrflughelfer. Aus der Luft wird der Waldbrand mit drei Polizei- und zwei Bundesheer-Hubschraubern bekämpft. Ein Sanitäter-Team des Roten Kreuz steht vor Ort in Bereitschaft.

Mit Stand 15:30 Uhr sind 70-80 Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen vom Brand betroffen. Im Einsatz stehen mittlerweile drei Polizei- und drei Bundesheer-Hubschrauber. Am Boden bekämpfen 21 Feuerwehren mit rund 220 Einsatzkräften die Flammen.


Tag 3 – 25. April 2026

Am 25.04.2026 wurden die Löscharbeiten um 06:30 Uhr fortgesetzt. Über Nacht hat sich der Brand auf 110 Hektar land- und forstwirtschaftliche Fläche ausgebreitet. Das hat ein Erkundungsflug am Morgen ergeben. Siedlungsraum ist nicht betroffen. Menschen sind nicht gefährdet. Der Einsatz wurde in vier Abschnitte gegliedert. Das Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf der Eindämmung der Ausbreitung auf das umliegende Gelände. Die Brandbekämpfung wird nach wie vor von drei Bundesheer-Hubschraubern und drei Polizei-Hubschraubern unterstützt. Im Einsatz stehen derzeit 33 Feuerwehren mit 250 Einsatzkräften, davon 23 Feuerwehr-Flughelfer. Rettungskräfte stehen in Bereitschaft, um schnell Hilfe leisten zu können. Die Sperre der Bundesstraße B111 zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau bleibt bis auf Weiteres aufrecht.

Mit Stand 11:00 Uhr stehen 33 Feuerwehren aus Kärnten und Osttirol mit 250 Feuerwehrleuten im Löscheinsatz. Die Bodenkräfte werden aus der Luft von mittlerweile vier Polizei-Hubschraubern und drei Bundesheer-Hubschraubern, davon ein Black-Hawk-Hubschrauber, unterstützt. Mittlerweile werden durch den intensiven Hubschraubereinsatz rund 6.000 Liter Wasser binnen fünf Minuten an die Brandstellen geflogen. Am Vormittag konnte eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindert werden. Die weitere Entwicklung ist auch von den Windverhältnissen abhängig. Die Bodenkräfte beginnen an den Flanken bereits mit der Glutnesterbekämpfung. Ein Vorauskommando bereitet währenddessen den Einsatz der Feuerwehr-Katastrophenhilfsdienst-Bereitschaft 2 (F-KAT-Bereitschaft) aus dem Bezirk Spittal/Drau für Sonntag vor.

Bis zum Abend standen noch 28 Feuerwehren mit 280 Feuerwehrleuten im Einsatz, unterstützt von vier Polizei-Hubschraubern und drei Bundesheer-Hubschraubern. „Auch am Nachmittag konnte eine Ausbreitung des Brandes verhindert werden. An den Flanken konnte bereits mit der anstrengenden und schweißtreibenden Glutnesterbekämpfung durch Bodenkräfte begonnen werden“, berichtet Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann am Abend.

Ein Feuerwehrmann hat sich an der Hand verletzt, wurde vor Ort erstversorgt und anschließend von der Rettung in das Bezirkskrankenhaus Lienz gebracht, wo er ambulant behandelt wurde.

Landeshauptmann-Stv. Martin Gruber machte sich am Nachmittag vor Ort ein Bild von der aktuellen Lage. Am Sonntag wird Landeshauptmann Ing. Daniel Fellner gemeinsam mit Landesfeuerwehrkommandant FVPräs. Ing. Rudolf Robin, Bezirkshauptmann Mag. Dr. Heinz Pansi, Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann und Bgm. Bernhard Knotz eine Pressekonferenz abhalten.


Tag 4 – 26. April 2026

In der Nacht auf 26. April 2026 hat sich die Lage etwas entspannt. Es kam zu keiner weiteren Ausbreitung des Brandes. Einzelne Brandstellen im westlichen Bereich der betroffenen land- und forstwirtschaftlichen Fläche von insgesamt 110 Hektar werden seit den Morgenstunden bekämpft. Dafür stehen 36 Feuerwehren mit rund 360 Feuerwehrleuten im Löscheinsatz, darunter 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr-Katastrophenhilfsdienst-Bereitschaft 2 (F-KAT-Bereitschaft) aus dem Bezirk Spittal an der Drau. Aus der Luft werden die Bodenkräfte von vier Polizeihubschraubern und drei Bundesheer-Hubschraubern unterstützt. Das Rote Kreuz ist mit sechs Sanitätern vor Ort in Bereitschaft. Am Vormittag findet eine Pressekonferenz statt, an der auch Landeshauptmann Ing. Daniel Fellner und Landesfeuerwehrkommandant FVPräs. Ing. Rudolf Robin teilnehmen werden.


Aussendung zur Pressekonferenz am 26.04.2026

Am vierten Tag des Einsatzes beim flächenmäßig größten Waldbrand in Österreich in der Gemeinde Lesachtal ist vorsichtige Entspannung angesagt. Die großen Brandherde am Berg konnten gelöscht werden und mit der Brandbekämpfung am Boden wurde heute Sonntag begonnen. Dazu wurde die F-KAT-Bereitschaft des Bezirkes Spittal an der Drau mit 60 Mann zum Einsatz beordert.

Bei der Pressekonferenz am Sonntag, dem 26.04.2026, nahmen Vertreter der Behörden und der Feuerwehr Stellung zur aktuellen Situation, die sich sichtlich entspannt hat.

Landeshauptmann Daniel Fellner richtet seinen persönlichen Dank an alle Einsatzkräfte der eingesetzten Organisationen. Entscheidend war die Verfügbarkeit von Hubschraubern zur Unterstützung der Arbeit im steilen Gelände. Ohne sie wäre die Bewältigung einer solch großen Fläche nicht möglich gewesen. Er hat auch aus anderen Bundesländern und sogar aus dem Ausland Unterstützungszusagen erhalten. Derzeit muss auf diese allerdings nicht zugegriffen werden. Er sagte der betroffenen Gemeinde auch schnelle finanzielle Hilfe zu und zeigt sich beeindruckt vom großen Zusammenhalt in den Gemeinden.

„Seit Ausbruch des Brandes am Donnerstagabend standen und sehen 980 Feuerwehrleute im Einsatz, Großteils indem sie die privaten und familiären Interessen hintanstellen. Beeindruckend ist der Zusammenhalt der Feuerwehren mit den anderen Einsatzorganisation und der Bevölkerung,“ zeichnet der Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann sichtlich emotional berührt, ein Stimmungsbild.

Für den Leiter des Behördeneinsatzstabes, Bezirkshauptmann Dr. Heinz Pansi, ist das Zusammenspiel der Einsatzkräfte vorbildhaft und auch er unterstützt den von der Einsatzleitung geforderten Verbleib der Hubschrauber in den folgenden Tagen.

Für Bürgermeister Bernhard Knotz, selbst erst seit März 2026 im Amt, ist das ein weiterer Schicksalsschlag für die betroffene Bevölkerung in der Gemeinde. Nach der Sturmkatastrophe Vaia und den extremen Borkenkäferschäden ist dies der dritte Totalschaden für dieses Waldgebiet. Gemeinsam mit dem örtlichen Nahversorger und der Bevölkerung kümmert man sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte. Für ihn zeigt sich eindrucksvoll die immense Bedeutung des freiwilligen Feuerwehrwesens und der Verbundenheit mit der Bevölkerung in einer Gemeinde.

Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin sieht sich in der Neuausrichtung der Kärntner Waldbrandeinheiten sowie der Feuerwehr-Katastrophenhilfszüge positiv bestätigt. Der hohe Ausbildungsstand ist im Besonderen auch ein Erfolg für die Landesfeuerwehschule. Auch er bedankt sich für den überwältigen Zuspruch aus der Bevölkerung zur Feuerwehr.

Gespannt hörten die Medienvertreter auch dem Einsatzleiter Gerd Guggenberger zu. Er berichtete über den Hergang des Brandes seit Donnerstag und dass aktuell 360 Feuerwehrleute am Berg sind. Darunter auch ein Teil der F-KAT-Bereitschaft des Bezirkes Spittal mit 60 Mann. Vier Hubschrauber der Polizei und drei des Österreichischen Bundesheers sind im Einsatz. Der Löschwassertransport wird auch von ansässigen Landwirten mit Traktoren und Güllefässern erfolgreich unterstützt. Generell steht ausreichend Löschwasser zur Verfügung.

Sofern der Wind und die Sonneneinstrahlung heute Sonntag nicht stellenweise Flammen entfachen, werden am Boden Meter für Meter Glutnester ausgegraben und abgelöscht. Dies ist eine kräfteraubende, staubige und gefährliche Arbeit in der Hitze. Die Arbeiten werden mehrere Tage andauern. Morgen Montag wird die F-KAT-Bereitschaft aus Spittal von den Bezirken St. Veit/Glan und Feldkirchen abgelöst.
(Text: HBI Mag. Walter Egger)


Tag 5 – 27. April 2026

Am 27. April 2026 wurde der Löscheinsatz beim Waldbrand im Lesachtal fortgesetzt. In der Nacht wiederentfachte einzelne Brandherde im Inneren der betroffenen Brandfläche von 110 Hektar wurden mit der Unterstützung von drei Bundesheer-Hubschraubern und zwei Polizei-Hubschraubern bekämpft. Nach wie vor waren die Feuerwehrleute am Boden mit der äußerst anstrengenden und schweißtreibenden Glutnesterbekämpfung beschäftigt. Insgesamt standen am Montag 265 Feuerwehrleute im Löscheinsatz, davon 100 Einsatzkräfte von der F-KAT-Bereitschaft 4 aus den Bezirken St. Veit an der Glan und Feldkirchen. Die Bergrettung unterstützte die Feuerwehrleute im steilen Gelände beim Löscheinsatz. Vom Roten Kreuz standen sieben Sanitätskräfte im Einsatzgebiet in Bereitschaft. Am Dienstag wird die F-KAT-Bereitschaft 3 aus Klagenfurt (Stadt und Land) die örtlichen Feuerwehren unterstützen.


Tag 6 – 28. April 2026

Die Lage hat sich in der Nacht auf Dienstag nicht verschlechtert. Nach wie vor liegt der Einsatzschwerpunkt auf der Glutnesterbekämpfung auf der betroffenen Brandfläche von 110 Hektar. Dafür stehen am Dienstag 22 Feuerwehren und die F-KAT-Bereitschaft 3 aus Klagenfurt (Stadt und Land) mit insgesamt rund 280 Feuerwehrleuten (davon 100 von der F-KAT-Bereitschaft) im Löscheinsatz. Aus der Luft unterstützt werden die Feuerwehren von drei Polizei- und drei Bundesheerhubschraubern. Für Sicherungsarbeiten im steilen Gelände steht die Bergrettung zur Verfügung. Das Rote Kreuz steht vor Ort für Notfälle in Bereitschaft. Insgesamt standen in den letzten Tagen rund 1.600 Feuerwehrleute im Einsatz. Für Mittwoch ist bereits die F-KAT-Bereitschaft 5 aus den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg zur weiteren Unterstützung avisiert.


Tag 7 – 29. April 2026

Am 29. April 2026 wurden die Nachlöscharbeiten im vom Waldbrand betroffenen Gebiet im Lesachtal fortgesetzt. Neben den umfangreichen Löschmaßnahmen der Feuerwehr sorgten auch Regenschauer für eine merkliche Entspannung der Lage.

Am Mittwoch waren zwölf Feuerwehren aus dem Bezirk Hermagor und die F-KAT-Bereitschaft 5 aus den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg mit insgesamt 150 Feuerwehrleuten (davon 54 von der F-KAT-Bereitschaft 5) im Einsatz, um unter anderem die Glutnester auf dem 110 Hektar großen Gelände auszugraben und abzulöschen.

Zum Einsatz kam dabei auch eine Feuerwehr-Drohne, welche erst vor wenigen Monaten im Zuge eines EU-Projektes an die Feuerwehren in Südkärnten übergeben worden war. Mit der integrierten Wärmebildkamera können Glutnester aus der Luft lokalisiert werden. Diese Informationen werden anschließend von den Bodenkräften für die Löscharbeiten verwendet.

Am Vormittag mussten die Hubschrauber wegen des Wetters am Boden bleiben. Am Nachmittag waren die zwei Bundesheer-Hubschrauber und ein Polizeihubschrauber wieder in der Luft, um Löscharbeiten an den für Bodenkräfte unzugänglichen Stellen durchzuführen.

Am Donnerstag werden die Löscharbeiten von Feuerwehren aus dem Bezirk Hermagor fortgeführt.



Tag 8 – 30. April 2026

Nach den Löscharbeiten der letzten Tage werden weiterhin aufflammende Glutnester sowohl vom Boden als auch aus der Luft bekämpft. Einsatzkräfte bleiben auch in den kommenden Tagen vor Ort, um das betroffene Gelände kontinuierlich zu überwachen und ein erneutes Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Durch die gezielte Nachkontrolle soll sichergestellt werden, dass auch versteckte Glut vollständig gelöscht wird. Die Maßnahmen dienen der Sicherheit und sollen eine nachhaltige Eindämmung des Brandgeschehens gewährleisten. Am 30. April 2026 waren noch 69 Feuerwehrleute mit neun Fahrzeugen im Einsatz, unterstützt von einem Bundesheerhubschrauber. Das Rote Kreuz war mit einem Rettungstransportwagen und zwei Sanitätskräften vor Ort in Bereitschaft. (Text: BI Martin Kandolf)


Text: BI Florian Jost



Foto: FF Liesing







Florian Jost

Bezirksbeauftragter für Öffentlichkeitsarbeit